Skip to content
Menu

»Bei der Akupunktur werden Akupunkturpunkte (Nadelpunkte) genutzt. Hier öffnen sich nach klassischer Ansicht die Meridiane durch die Haut, sodass durch entsprechende Manipulation ein Überschuss oder Mangel an Lebensenergie (Qi) ausgeglichen werden kann.«

katherine-hanlon-QgcdtM9rA5s-unsplash_ps_800
Die durch die Nadeln gesetzten Reize könnten die inneren Organe über das Nervensystem oder über chemische Botenstoffe und Hormone beeinflussen.

Die Nadelung setzt an den Nervenendungen in der Haut Überträgerstoffe (Transmitter) frei, wodurch die Reizleitung des Nervensystems beeinflusst wird. Dadurch kann z. B. die Fortleitung von Schmerzen gehemmt werden. Aber auch Wirkungen am zentralen Nervensystem sind nachgewiesen worden – so werden bei einer Nadelung auch körpereigene schmerzunterdrückende Substanzen im Gehirn (Endorphine) ausgeschüttet, und auch die Durchblutung in bestimmten Hirnarealen wird beeinflusst.

Da es in der Akupunktur viele unterschiedliche Schulen gibt, herrschen jedoch über die genaue Zahl und Lokalisation der Akupunkturpunkte verschiedene Ansichten.

Die Traditionelle Medizin geht davon aus, dass alle Akupunkturpunkte (Triggerpunkte) auch in der Ohrmuschel abgebildet sind.

Die Ohrakupunktur ist ein Teilgebiet der Akupunktur. Angewendet wird sie zum Beispiel bei Schmerzen, Allergien und seelischen Problemen. Aber auch zur Raucherentwöhnung oder Gewichtsreduktion ist die lokal begrenzte Nadeltechnik geeignet.

Es werden aber auch direkte Verbindungen der Punkte zu Strukturen des zentralen Nervensystems, insbesondere über den Trigeminusnerv, den Vagusnerv und das obere Halsgeflecht angenommen. Diese drei großen Nerven versorgen das äußere Ohr und haben ihre Kerne im Hirnstamm.
Von dort aus haben diese Kerne wiederum Verbindungen zur entscheidenden Schaltstelle zwischen Körper und Gehirn, der sogenannten Formatio reticularis. Auch Reflexbögen, die aus der frühen Embryonalzeit stammen, werden für die Ohrakupunktur-Wirkung zur Erklärung herangezogen.

Weil die Ohren in unmittelbarer Nähe des Gehirns sitzen, werden Signale sehr schnell hin- oder hergeleitet. Störungen sind auf diesem kurzen Weg sehr unwahrscheinlich. Das ist möglicherweise eine Erklärung dafür, dass die Ohrakupunktur-Wirkung stärker ist als bei anderen Reflexzonen- therapien wie Hand- oder Fußreflexzonenmassage.

Die Akupunktur kann nach Meinung von Experten bei schweren Erkrankungen wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, sie ist jedoch bei chronischen Schmerzerkrankungen wie Spannungskopfschmerzen und Migräne sowie Rückenschmerzen durchaus eine Alternative.
Dass die Akupunktur wirksam ist, ist unbestritten und in vielen Studien mit großen Patientenzahlen gut und wissenschaftlich sauber dokumentiert. Auch bei vielen chronischen Krankheiten (etwa Kopfschmerzen und Migräne) ist ihre Wirkung den derzeitigen schulmedizinischen Ansätzen vergleichbar.
(Quelle: netdoktor.de)